Gartenmauer selber bauen – Anleitung für Ihre Ruinenmauer

Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung bauen Sie eine einzigartige Gartenmauer aus historischen Ziegeln – vom Fundament bis zum Rundbogen.
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Das Geheimnis einer schönen Ruinenmauer

Das Besondere an einer Gartenruine ist: Sie muss nicht perfekt sein. Kleine Unregelmäßigkeiten in den historischen Ziegeln machen später den echten antiken Charme aus. Dennoch ist eine solide Basis wichtig, damit Sie lange Freude an Ihrem Bauwerk haben. In dieser Anleitung erklären wir Ihnen die wichtigsten Schritte so einfach wie möglich.

Rustikale Gartenmauer mit Rundbogen-Fenstern während der Bauphase.
Handwerk mit Geschichte: So entsteht Ihre Gartenruine.

Schritt 1: Planung, Rechtliches & Standortwahl

Der Erfolg Ihrer Mauer beginnt im Kopf. Überlegen Sie sich genau, welchen Zweck die Mauer erfüllen soll: Eine gemütliche Leseecke, ein Sichtschutz zur Straße oder ein reines Gestaltungselement?

  • Der Behördengang: Bevor Sie graben, lesen Sie unbedingt unseren Beitrag zur Genehmigungspflicht.
  • Vorbereitung der Fläche: Befreien Sie die Baufläche großzügig von Unkraut, Sträuchern und Wurzeln. Stecken Sie den Verlauf mit Stäben und Schnüren ab – planen Sie hierbei ca. 10 cm mehr Breite ein als die Mauer später hat.
Experten-Tipp für Stabilität: Eine schnurgerade Mauer wirkt oft künstlich und ist statisch anfälliger. Planen Sie Ihre Ruine in einer L-Form, U-Form oder mit einem leichten Schwung. Das sieht authentisch aus und erhöht die Standfestigkeit massiv.

Schritt 2: Das Fundament erstellen

Ohne ein solides Fundament bekommt Ihre Mauer schnell Risse. Wir bauen ein frostsicheres Streifenfundament.

  • Aushub: Heben Sie den Graben 80 Zentimeter tief aus. Das ist die magische Grenze, damit Frost den Boden unter der Mauer nicht anheben kann.
  • Schalung & Schutz: Kleiden Sie die Seiten mit Schalbrettern aus. Richten Sie die Oberkante der Bretter exakt mit der Wasserwaage aus – sie ist Ihr späteres Null-Niveau.
  • Frostschutz: Füllen Sie ca. 20 cm Frostschutzkies ein und verdichten Sie diesen fest.
  • Beton mischen: Mischen Sie 1 Teil Zement mit 4 bis 5 Teilen Betonkies. Geben Sie Wasser vorsichtig hinzu, bis die Masse "erdfeucht" (wie feuchter Sand) ist.
  • Befüllen & Aushärten: Füllen Sie den Beton ein und verdichten Sie ihn mit einem Holzstampfer. Decken Sie das Fundament mit Folie ab, damit es langsam und ohne Risse trocknen kann.Befüllen & Aushärten: Füllen Sie den Beton ein und verdichten Sie ihn mit einem Holzstampfer. Decken Sie das Fundament mit Folie ab, damit es langsam und ohne Risse trocknen kann.
    • Wartezeit: Gönnen Sie dem Fundament 7 Tage Ruhe, bevor Sie den ersten Stein setzen.
Tipp: Das Fundament mit Folie abdecken, so trocknet der Beton ohne Risse.

Schritt 3: Bau einer Gartenmauer

Jetzt wird die Ruine sichtbar. Für den "echten" Ruinen-Look ist der Mörtel entscheidend.

  • Der richtige Mörtel: Um Ihre Ruinenmauer noch authentischer erscheinen zu lassen, empfehlen wir Ihnen mit möglichst hellem Kalkmörtel und schmalen Fugen zu mauern. Mischen Sie dazu Weisskalkhydrat zu Sand im Verhältnis 1:3 in Ihrem Mörteleimer und geben Sie nach und nach etwas Wasser dazu, bis der Mörtel eine erdfeuchte Konsistenz hat. Achtung, geben Sie nicht zu viel Wasser hinzu, weil sich der Mörtel beim Mischen noch verflüssigt. Kalkmörtel lässt Feuchtigkeit wandern, was Ihre Ziegel schont und hässliche weiße Salzausblühungen verhindert.
  • Vorbereitung: Legen Sie sich die Steine entlang des Verlaufs bereit. Das spart Wege und Sie können die Steine nach Optik sortieren.
  • Das Setzen: Tragen Sie eine ca. 1 cm dicke Mörtelschicht für immer nur ein bis zwei Steine gleichzeitig auf, das erleichtert die Arbeit und verhindert das der Mörtel zu schnell antrocknet. Es ist wichtig, den Mörtel bis zu den Außenkanten aufzutragen, wenn sie die Fugen aussparen, kann dies zu Hohlstellen führen. Zudem sollten Sie den Mörtel auch gleich auf den Stoßfugen auftragen. Richten Sie die Steine durchs festklopfen und mit Hilfe einer Wasserwaage aus. Wiederholen Sie die Schritte so lange, bis die gewünschte Höhe und Länge oder bis eine Fensteröffnung erreicht ist. Setzen Sie die Steine immer um einen halben Stein versetzt (Läuferverband). Das sorgt für den nötigen Verbund und Stabilität.
  • Kontrolle: Prüfen Sie nach jeder zweiten Reihe mit Wasserwaage und Schnur, ob die Mauer im Lot (senkrecht) und in der Flucht (waagerecht) bleibt.
Kreativ-Tipp: Lassen Sie bewusst Lücken ("Mauerdurchbrüche") oder drehen Sie einzelne Steine heraus, um Vorsprünge für Blumenkübel zu schaffen. Eine Ruine darf unperfekt sein!

Schritt 4: Den Rundbogen mauern

Ein Rundbogen ist der Blickfang jeder Ruinenmauer. Keine Angst, mit einer Schablone gelingt es jedem:

  • Die Bogenschablone: Zeichnen Sie den Bogen auf zwei OSB-Platten nach der Form Ihres Gusseisenfensters nach (plus 1 cm Zugabe). Verbinden Sie die Platten mit Latten, sodass sie so breit wie Ihre Mauer sind.
  • Stützen: Stellen Sie die Schablone auf das Fenstersims.
  • Mauern: Mauern Sie von beiden Seiten gleichzeitig zur Mitte hin hoch. Beim Mauerbogen ist darauf zu achten, dass eine Fugenbreite von 2-3 cm am Bogenrücken nicht überschritten wird. An der Bogenlaibung sollte die Fugenbreite 0,5 cm nicht unterschreiten. Wichtig ist, dass die Fugen mit Fugenmörtel vollständig ausgefüllt werden, da auf dem Rundbogen eine sehr große Last ruht.
  • Der Schlussstein: Der letzte Stein oben in der Mitte ist der wichtigste. Er leitet die Kräfte ab. Falls nötig, schneiden Sie diesen Stein keilförmig zu.
  • Fenster einbauen: Nach einer Woche entfernen Sie die Schablone, setzen das Fenster mit Holzkeilen ein und mörteln es rundherum fest.

Schritt 5: Der obere Abschluss der Gartenmauer

Damit Ihre Mauer oben nicht auswäscht, benötigt sie einen Abschluss.

  • Querlage: Mauern Sie die oberste Reihe Backsteine quer zur Laufrichtung. Geben Sie dieser Reihe ein leichtes Gefälle, damit Regenwasser ablaufen kann.
  • Mönch & Nonne: Tragen Sie den Mörtel auf die obere Backsteinreihe auf und legen Sie die Unterschalen (Mönchziegel) mit der schmalen Seite nach Unten auf. Wie bereits beim Mauern der Backsteine, sollten Sie den Mörtel immer nur Pfanne für Pfanne auftragen. Nach dem alle Unterschalen vermauert wurden, kommen nun die Nonnenziegel (Oberschale) an die Reihe. Tragen Sie zunächst Mörtel an die unteren Längskanten der Oberschalen auf und legen Sie diese nach und nach auf die Unterschalen. Auch hier ist darauf zu achten, dass die schmalen Kanten nach unten ausgerichtet werden.
Tipp: Spannen Sie sowohl für die obere Ziegelreihe, als auch für die Dachziegel eine Schnur, an der Sie die jeweilige Reihe ausrichten können. Beachten Sie, dass der Überstand zu beiden Mauerseiten in etwa gleich ist.

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